Kinderbett-Größen nach Alter: welches Bett wann passt (Tabelle)
Gregor Pichler10 Min. Lesezeit

Inhalt
- 01Die kurze Antwort
- 02Kinderbett-Größen nach Alter: die Tabelle
- 03Liegefläche oder Außenmaß: was „70×140“ bedeutet
- 04Beistellbett, Wiege und Stubenwagen: die ersten Monate
- 05Gitterbett: 60×120 oder 70×140 cm
- 06Wann das Gitterbett zu klein wird
- 07Kinderbett und Juniorbett: 70×140 und 80×160 cm
- 08Bodenbett und Hausbett: 90×200 cm schon ab zwei Jahren
- 09Schulkind- und Jugendbett: 90×200 cm
- 10Etagenbett und Hochbett: ab sechs Jahren
- 11Jugendbett: 120×200 und 140×200 cm
- 12Wie viele Betten braucht ein Kind wirklich?
- 13Häufige Fragen
- 14Quellen
Ein Kind schläft bis zum Auszug in drei, höchstens vier Betten: Beistellbett, Gitterbett, Kinderbett, Jugendbett. Welche Größe wann dran ist, hängt weniger am Geburtstag als an der Körpergröße und daran, ob dein Kind noch im Gitterbett bleibt oder längst darüber klettert. Diese Seite ordnet jede Bettgröße einem Alter zu, nennt dir die Anzeichen für den Wechsel und sagt, welche Matratze hineingehört.
Die kurze Antwort
Im ersten halben Jahr schläft ein Baby im Beistellbett, in der Wiege oder im Stubenwagen, danach im Gitterbett mit 60×120 oder 70×140 cm. Zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag wird daraus ein offenes Kinderbett, meist 70×140 cm, oder gleich ein Bodenbett in 90×200 cm. Ab dem Schulanfang ist 90×200 cm das Maß, das bis zum Auszug trägt. 120×200 und 140×200 cm sind Jugendbetten für Kinder, die Platz wollen. Wenn du nur eine Zahl mitnimmst: 70×140 cm bis etwa fünf, dann 90×200 cm.
Kinderbett-Größen nach Alter: die Tabelle
Die Altersangaben sind Orientierung, keine Norm. Sie gelten für durchschnittlich große Kinder; woran du erkennst, dass dein Kind früher oder später wechseln sollte, steht weiter unten. Die Bettgröße ist immer die Liegefläche, also das Innenmaß, in das die Matratze passt.
| Alter | Bettgröße | Betttyp | Passende Matratze |
|---|---|---|---|
| 0 bis 6 Monate | je nach Hersteller, etwa 40×80 bis 55×90 cm | Beistellbett, Wiege, Stubenwagen | Beistellbett-Matratze Brise Light, Größen nach Bettmodell |
| 0 bis 2 Jahre | 60×120 cm | Babybett, Gitterbett | Babymatratze Brise 60×120 |
| 0 bis 3 Jahre | 70×140 cm | Gitterbett, oft umbaubar zum Juniorbett | Babymatratze Brise 70×140 oder Butterfly 70×140 |
| 2 bis 5 Jahre | 70×140 cm | Juniorbett, Kinderbett ohne Gitter | die Gitterbett-Matratze bleibt, solange sie eben und fest ist |
| 3 bis 7 Jahre | 80×160 cm | Übergangsbett für kleine Zimmer | Schlummerland 80×160 oder Vollmond 80×160 |
| ab 2 Jahren | 90×200 cm | Bodenbett, Hausbett | Bodenbettmatratze Waldbrise oder Morgenhimmel, beide nach Babymatratzen-Norm |
| 5 bis 18 Jahre | 90×200 cm | Kinderbett, Jugendbett, Etagenbett | Schlummerland 90×200, Schlummerland Air oder Duo Sleep Basic |
| ab 10 Jahren | 120×200 cm | Jugendbett, kompaktes Doppelbett | Schlummerland Air 120×200 oder Nachteule 120×200 |
| ab 12 bis 14 Jahren | 140×200 cm | Jugendbett in Erwachsenenbreite | Nachteule 140×200 oder Schlummerland 140×200 |
Welche Matratzengröße zu welchem Alter gehört, und wie die Modelle sich unterscheiden, steht ausführlich im Ratgeber Die richtige Matratzengröße fürs Kinderbett. Hier geht es um das Bett darunter.
Liegefläche oder Außenmaß: was „70×140“ bedeutet
Wenn ein Kinderbett mit 70×140 cm angegeben ist, meint der Hersteller in fast allen Fällen die Liegefläche, also das Innenmaß zwischen den Bettseiten. Die Matratze hat dann dieselben Maße. Das Außenmaß des Bettes liegt je nach Rahmen 5 bis 15 cm darüber und ist nur für die Frage wichtig, ob das Bett durch die Tür und an die Wand passt.
Bevor du eine Matratze kaufst, miss die Liegefläche trotzdem nach. Bei Gitterbetten lässt die Norm DIN EN 716 zwischen Matratze und Rahmen nur einen schmalen Spalt zu, damit kein Arm und kein Bein dazwischen gerät. Zwei Finger breit ist zu viel. Bei älteren oder ausländischen Betten weichen die Maße gelegentlich ab, dann brauchst du eine Sondergröße statt der nächstbesten Standardgröße. Wie du misst und welche Matratze in welches Modell passt, steht in Welche Matratze passt in welches Bett.
Beistellbett, Wiege und Stubenwagen: die ersten Monate
Für die ersten Monate ist ein großes Bett nicht nötig und oft nicht einmal sinnvoll. Ein Beistellbett hängt am Elternbett, eine Wiege oder ein Stubenwagen steht daneben. Die Liegeflächen sind klein und von Hersteller zu Hersteller verschieden: babybay, Chicco Next2Me, Fabimax, Roba, Stokke und die anderen haben jeweils eigene Maße und Eckenformen. Hier gibt es keine Standardgröße, nur die passende Matratze zum Modell.
Spätestens wenn dein Baby sich dreht oder sich an der Seite hochzieht, meist zwischen dem vierten und sechsten Monat, ist das Beistellbett zu klein. Viele Hersteller nennen dafür auch ein Maximalgewicht. Danach kommt das Gitterbett. Die Größentabelle für die gängigen Beistellbetten steht im Ratgeber Matratze fürs Beistellbett.
Gitterbett: 60×120 oder 70×140 cm
Das Gitterbett ist die erste Station mit Standardmaßen. Die Norm für Kinderbetten, DIN EN 716, gilt für Liegeflächen von 90 bis 140 cm Länge, und der Handel hat sich innerhalb dieser Spanne auf zwei Größen eingeschossen: 60×120 und 70×140 cm.
60×120 cm ist das kompaktere Maß. Es passt in kleine Schlafzimmer und lässt sich oft noch neben das Elternbett stellen. Dafür wird es früher zu kurz, viele Kinder stoßen mit 18 bis 24 Monaten an. 70×140 cm ist die Größe, die länger trägt. Die meisten Gitterbetten in diesem Maß lassen sich mit Schlupfsprossen oder abnehmbarer Seite zum Juniorbett umbauen, sodass das Bett bis zum Kindergartenende stehen bleibt. Wenn du Platz hast, ist 70×140 die bessere Wahl.
In beide Größen gehört eine feste, ebene Babymatratze. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt für Babys eine möglichst feste, luftdurchlässige Matratze, in die das Gesicht nicht einsinkt. Bei uns ist das die Babymatratze Brise in beiden Gitterbettmaßen; wo sie sich von der leichteren Brise Light unterscheidet, klärt Brise oder Brise Light.
Wann das Gitterbett zu klein wird
Der Wechsel aus dem Gitterbett passiert bei den meisten Familien zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag. Drei Anzeichen sind eindeutiger als jedes Alter:
- Dein Kind klettert über das Gitter. Das ist der wichtigste Grund, sofort zu wechseln. Der Sturz von der Oberkante eines Gitterbetts ist gefährlicher als jede Nacht in einem offenen Bett. Wenn das Bett umbaubar ist, nimm die Seite ab oder setze die Schlupfsprossen ein.
- Die Füße stoßen an. Eine Faustregel: Die Liegefläche sollte 15 bis 20 cm länger sein als dein Kind. Bei 120 cm Länge ist das ab etwa 100 bis 105 cm Körpergröße erreicht, bei 140 cm ab etwa 120 bis 125 cm.
- Dein Kind will selbst aufstehen. Wer trocken wird und nachts allein auf die Toilette möchte, braucht ein Bett, aus dem er ohne Hilfe herauskommt.
Kein Grund zum Wechseln ist dagegen ein Geschwisterkind, das das Gitterbett braucht. Ein Zweijähriger, der gerade erst gut schläft, verliert mehr durch einen erzwungenen Umzug als das Baby durch ein paar Monate Beistellbett oder Stubenwagen gewinnt.
Kinderbett und Juniorbett: 70×140 und 80×160 cm
Das erste offene Bett ist meistens das umgebaute Gitterbett in 70×140 cm. Falls du neu kaufst, gibt es in diesem Maß eigene Juniorbetten, oft mit niedriger Einstiegshöhe und einer kleinen Kante gegen das Herausrollen. Die Matratze aus dem Gitterbett kannst du weiterverwenden, solange sie eben liegt und keine Kuhle hat.
80×160 cm ist ein Zwischenmaß, das im Handel selten ist, aber in kleinen Kinderzimmern seinen Platz hat: 20 cm kürzer als das Schulkinderbett und trotzdem bis etwa sieben Jahre lang genug. Passende Matratzen sind die mitwachsende Schlummerland und die wendbare Vollmond, beide in 80×160 cm lieferbar. Ob du diesen Schritt überhaupt brauchst, hängt davon ab, wie lange das Bett stehen soll, dazu unten mehr.
Bodenbett und Hausbett: 90×200 cm schon ab zwei Jahren
Das Bodenbett dreht die Reihenfolge um: Es hat von Anfang an das Maß des Schulkinderbetts, meist 90×200 cm, liegt aber so niedrig, dass ein Kleinkind ohne Fallhöhe hinein- und hinausklettert. Deshalb ziehen viele Familien ihr Kind mit zwei bis drei Jahren direkt vom Gitterbett ins Bodenbett und sparen das Juniorbett komplett.
Der Haken ist die Matratze. Ein Zweijähriger braucht auf 90×200 cm weiterhin eine Matratze, die für kleine Kinder gemacht ist, also fest, eben und nach der Babymatratzen-Norm DIN EN 16890 geprüft. Eine normale Kindermatratze für Schulkinder ist dafür zu weich. Genau dafür gibt es die Bodenbettmatratze Waldbrise und die Morgenhimmel, beide niedrig gehalten, damit die Einstiegshöhe des Bodenbetts erhalten bleibt. Welche Größe in IKEA Kura, Pinolino Evi und die anderen gängigen Modelle passt, steht in Welche Matratze fürs Bodenbett, der Vergleich der beiden Matratzen in Waldbrise oder Morgenhimmel.
Schulkind- und Jugendbett: 90×200 cm
Spätestens zum Schulanfang steht das Bett, das bis zum Auszug bleibt. 90×200 cm ist dafür das Standardmaß im deutschsprachigen Raum: Es trägt bis zu einer Körpergröße von rund 1,80 m, jeder Hersteller führt es, und Bettwäsche, Lattenroste und Matratzen gibt es in dieser Größe in der größten Auswahl. Das Bett selbst wechselt in diesen zwölf Jahren vielleicht noch einmal, vom Kinderbett mit Rausfallschutz zum Jugendbett oder Hochbett, die Liegefläche bleibt.
Die Matratze dagegen wechselt meist einmal. Ein Sechsjähriger mit 20 kg braucht eine andere Abstimmung als eine Fünfzehnjährige mit 55 kg; warum das Gewicht die Matratze bestimmt, erklärt Kaltschaum oder Federkern für Kinder. Mitwachsende Modelle wie die Schlummerland überbrücken die Spanne mit Zonen, die auf das leichtere Kindergewicht abgestimmt sind; die Schlummerland Air ist die luftigere Variante für Kinder, die nachts schnell warm haben, die Duo Sleep Basic die flache mit zwei Härtegraden zum Wenden. Alle Modelle nebeneinander stehen unter Kindermatratzen.
Etagenbett und Hochbett: ab sechs Jahren
Hochbetten und die obere Liege eines Etagenbetts sind erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet. So legt es die Norm DIN EN 747 fest, und die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder begründet es mit der Unfallstatistik: Jüngere Kinder schätzen die Höhe nicht ein, schlafen unruhiger und kommen die Leiter nachts nicht sicher hinunter. Die untere Liege eines Etagenbetts darf dagegen auch ein jüngeres Kind nutzen.
Für die Matratze heißt das: Der Rausfallschutz muss mindestens 16 cm über die Matratzenoberkante ragen, empfohlen sind 30 cm. Die meisten Hersteller drucken deshalb eine maximale Matratzenhöhe an die Innenseite des Bettes, oft 14 oder 15 cm. Eine hohe Matratze macht den Schutz nach oben hin kürzer. Flache Modelle wie die Duo Sleep Basic mit etwa 12 cm oder die Vollmond mit 12 oder 14 cm passen hier; die 13 cm der Waldbrise ebenfalls.
Jugendbett: 120×200 und 140×200 cm
Ab etwa zehn Jahren wünschen sich viele Kinder ein breiteres Bett. 120×200 cm ist das kompakte Doppelbett, das in ein normales Kinderzimmer passt und Platz zum Lesen und Ausbreiten lässt. 140×200 cm ist die volle Erwachsenenbreite, das Bett, das später mit in die erste eigene Wohnung zieht. Beides sind Endpunkte, ein weiterer Wechsel steht danach nicht mehr an.
Die Matratze sollte in diesem Alter auf das Gewicht eines Jugendlichen abgestimmt sein, nicht mehr auf das eines Kindergartenkinds. Dafür gibt es die Teenagermatratze Nachteule in 90×200, 120×200 und 140×200 cm; die Schlummerland Air und die Schlummerland gibt es ebenfalls in 120 und 140 cm Breite. Die Auswahl steht unter Teenagermatratzen.
Wie viele Betten braucht ein Kind wirklich?
Rechne die Stationen einmal durch, bevor du das erste Bett kaufst. Der klassische Weg sind vier Betten: Beistellbett, Gitterbett 60×120, Kinderbett 70×140, Jugendbett 90×200, mit ebenso vielen Matratzen. Der kürzeste Weg sind zwei: Beistellbett, dann ein umbaubares Gitterbett in 70×140 cm bis etwa fünf, dann 90×200 cm. Noch einen Schritt kürzer ist das Bodenbett in 90×200 cm ab zwei Jahren, das später, mit einem Rahmen oder als Jugendbett, dieselbe Matratzengröße behält.
Das Bett kannst du dabei sparen, die Matratze nur zum Teil. Auch wer von Anfang an 90×200 cm kauft, braucht für die ersten Jahre eine Matratze nach Babymatratzen-Norm und später eine, die zum größeren Gewicht passt. Zwei Matratzen in 18 Jahren sind realistisch, eine ist es nicht.
Häufige Fragen
Welche Größe hat ein normales Kinderbett?
Gitterbetten haben 60×120 oder 70×140 cm, Kinder- und Jugendbetten 90×200 cm. Alles andere, 80×160, 90×190, 120×200 oder 140×200 cm, ist entweder ein Zwischenmaß oder schon ein Erwachsenenmaß.
Ab welchem Alter passt ein Bett in 90×200 cm?
Als Bodenbett ab etwa zwei Jahren, weil es keine Fallhöhe hat. Als normales Bett mit Rahmen ab etwa fünf bis sechs Jahren, wenn dein Kind allein sicher ein- und aussteigt. Wichtig ist in beiden Fällen die Matratze: Für Kinder unter fünf oder sechs eine nach Babymatratzen-Norm, danach eine Kindermatratze.
Ist 70×140 cm für ein vierjähriges Kind zu klein?
In der Regel nicht. Ein durchschnittlich großes Kind ist mit vier Jahren rund 105 cm groß, die Liegefläche also noch gut 30 cm länger. Eng wird es mit fünf bis sechs Jahren, wenn die Körpergröße auf etwa 120 cm zugeht.
Ab wann darf ein Kind im Hochbett schlafen?
Auf der oberen Liege ab sechs Jahren, so die Norm DIN EN 747. Der Rausfallschutz muss mindestens 16 cm über die Matratze hinausragen, achte deshalb auf die maximale Matratzenhöhe, die der Betthersteller angibt.
Kann ich eine Erwachsenenmatratze ins Kinderbett in 90×200 cm legen?
Von der Größe her ja, von der Abstimmung her meist nicht. Eine Erwachsenenmatratze ist auf 60 bis 100 kg ausgelegt; ein Kind mit 20 oder 30 kg sinkt darin kaum ein, und die Liegezonen greifen nicht. Für Kinder unter etwa sechs Jahren gehört außerdem eine Matratze hinein, die für kleine Kinder geprüft ist.
Muss die Matratze exakt die Bettgröße haben?
Bei Gitterbetten ja, dort darf nur ein schmaler Spalt bleiben. Bei offenen Betten ab 90×200 cm ist ein Zentimeter Luft unproblematisch, mehr sollte es aber nicht sein, sonst verrutscht die Matratze und Bettwäsche in Standardgrößen passt nicht mehr sauber.
Welche Matratzengröße wann sinnvoll ist, steht in Die richtige Matratzengröße fürs Kinderbett; welche Matratze in ein bestimmtes Bettmodell passt, in Welche Matratze passt in welches Bett. Wenn du unsicher bist, führt der Matratzen-Finder in drei Fragen zum passenden Modell.
Quellen
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V., Produktratgeber Etagenbett / Hochbett (Alter ab sechs Jahren, Rausfallschutz 16 cm, DIN EN 747).
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen (feste, ebene Babymatratze).
- DIN EN 716-1: Kinderbetten und Reisekinderbetten für den Wohnbereich, sicherheitstechnische Anforderungen (Geltungsbereich Liegeflächen 90 bis 140 cm).
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