Härtegrad H2 oder H3: Gewicht, Schlafposition und was „wendbar“ bringt

Gregor Pichler5 Min. Lesezeit

Der Härtegrad ist die Angabe, nach der die meisten zuerst fragen, und die am wenigsten genormt ist. H2 bedeutet bei jedem Hersteller etwas anderes. Trotzdem lässt sich „H2 oder H3“ für dich sauber beantworten, wenn du drei Dinge nebeneinanderlegst: dein Gewicht, deine Schlafposition und das Raumgewicht des Schaums.

Die kurze Antwort

Bis etwa 80 kg passt in den meisten Fällen H2, zwischen 80 und 100 kg H3. Wer vor allem auf der Seite schläft, rutscht eine Stufe weicher; wer auf dem Bauch schläft, eine Stufe fester. Liegst du zwischen zwei Stufen oder weißt es schlicht nicht, nimm eine Matratze mit zwei Härtegraden: Die Mondsee hat H2 auf der einen und H3 auf der anderen Seite, Nura und Nexo lassen sich ebenfalls wenden. Dann entscheidest du im eigenen Bett, nicht im Laden. Alle fünf Modelle nebeneinander findest du unter Matratzen für Erwachsene.

Was der Härtegrad bedeutet, und was nicht

Es gibt keine Norm, die festlegt, wie fest H2 zu sein hat. Jeder Hersteller stuft selbst ein. Die Skala reicht meist von H1 (sehr weich) bis H4 oder H5 (sehr fest), und die Abstände dazwischen sind je nach Schaum unterschiedlich groß. Ein H3 aus Kaltschaum mit Raumgewicht 45 fühlt sich anders an als ein H3 aus einem Schaum mit Raumgewicht 30, und er hält vor allem anders lange.

Der Härtegrad beschreibt außerdem nur, wie stark der Kern nachgibt, nicht wie er sich anfühlt. Eine weiche Visco-Liegefläche auf einem festen Kern, wie bei der Berlin, ist ein anderes Liegegefühl als ein durchgehend weicher Kaltschaum, obwohl beide „weich“ heißen können. Deshalb lohnt es sich, neben dem Härtegrad immer den Aufbau zu lesen.

Gewicht und Schlafposition: die Orientierungstabelle

KörpergewichtSeitenschläferRückenschläferBauchschläfer
bis 60 kgH1 bis H2H2H2
60 bis 80 kgH2H2H2 bis H3
80 bis 100 kgH2 bis H3H3H3
über 100 kgH3H3 bis H4H3 bis H4

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Vorschrift. Wer groß und schlank ist, verteilt sein Gewicht auf mehr Fläche und kann weicher liegen, als das Gewicht allein nahelegt. Wer kompakt gebaut ist, drückt punktueller in die Matratze und braucht eher die festere Stufe. Und wer nachts die Position wechselt, orientiert sich an der Haltung, in der er einschläft und aufwacht.

Warum Seitenschläfer weicher liegen sollten

Auf der Seite trägt die Schulter einen großen Teil des Gewichts auf kleiner Fläche. Sie muss einsinken können, sonst knickt die Wirbelsäule zwischen Schulter und Becken nach oben ab. Eine zu feste Matratze macht sich bei Seitenschläfern als Druck auf Schulter und Hüfte bemerkbar, oft auch als eingeschlafene Arme am Morgen. Punktelastische Schäume geben genau dort nach, wo die Schulter aufliegt, und bleiben unter dem Becken stabil: der emc® sensitiv Schaum der Nura, die Visco-Liegefläche der Berlin oder die H2-Seite der Mondsee.

Wie tief die Schulter einsinkt, verändert übrigens auch die passende Kissenhöhe. Wenn du Matratze und Kissen zusammen neu kaufst, lies dazu Kissenhöhe für Seitenschläfer.

Warum Bauchschläfer fester liegen sollten

Auf dem Bauch sinkt das Becken als schwerster Körperteil am tiefsten ein. Ist die Matratze zu weich, entsteht ein Hohlkreuz, das die Lendenwirbelsäule die ganze Nacht auf Zug hält. Ein fester Kern hält das Becken oben: die Graz in H3 oder die H3-Seite der Mondsee. Rückenschläfer liegen zwischen beiden Fällen. Sie profitieren am meisten von Zonen, die unter der Lende stützen; die Mondsee hat dafür eigene Lordoseeinlagen. Mehr zur Haltung im Schlaf steht in Welche Schlafposition ist gesund.

Raumgewicht: die Angabe, die wichtiger ist als der Härtegrad

Das Raumgewicht (RG) gibt an, wie viel Kilogramm Rohmaterial in einem Kubikmeter Schaum stecken. RG 35 heißt: 35 kg pro Kubikmeter. Je höher der Wert, desto mehr Material trägt das Gewicht, und desto länger behält der Kern seine Form. Unter RG 30 bilden sich bei täglicher Nutzung oft schon nach zwei, drei Jahren Kuhlen. Ab RG 40 gilt ein Kaltschaum als langlebig.

Unsere Kerne liegen zwischen RG 35 und RG 50: Graz mit RG 35, Mondsee mit RG 35 auf der H2- und RG 45 auf der H3-Seite, Nura mit einem Kaltschaumkern in RG 42/40/42 unter beidseitigem emc® sensitiv Schaum, Berlin mit Viscoschaum in RG 50 auf einem emc® Kern in RG 42. Wenn du zwei Matratzen mit demselben Härtegrad vergleichst, ist das Raumgewicht meist der Unterschied, den du nach fünf Jahren spürst.

Zwei Härtegrade in einer Matratze

Drei unserer fünf Modelle bieten zwei Härtegrade in einer Matratze, auf zwei verschiedene Arten. Die Mondsee hat feste Seiten: H2 oben, H3 unten, oder umgekehrt. Du drehst sie einmal und weißt nach ein paar Nächten, welche Seite deine ist. Nura und Nexo sind Wendematratzen mit einer weicheren und einer mittelfesten Seite, bei sonst gleichem Aufbau.

Das löst zwei Probleme auf einmal. Erstens den Grenzfall: Wer mit 78 kg auf der Seite schläft, kann H2 und H3 beide ausprobieren, statt sich vorab festzulegen. Zweitens die Veränderung: Gewicht, Rückenbeschwerden und Schlafgewohnheiten ändern sich über die Jahre, die Matratze bleibt. Eine Wendematratze zieht mit.

ModellHärtegradKernPreis ab
GrazH3, beidseitig7-Zonen-Kaltschaum, RG 35449,00 €
MondseeH2 und H3, je eine Seite7-Zonen-Kaltschaum mit Lordoseeinlagen, RG 35 / 45539,00 €
NuraH2 und H3, wendbaremc® sensitiv beidseitig, Kaltschaumkern RG 42/40/42692,00 €
Berlinweich, Visco-LiegeflächeViscoschaum RG 50 auf emc® sensitiv Kern RG 42819,00 €
NexoH2 und H3, wendbaremc® und Xdura Spezialschaum, 7 Zonen854,00 €

Wer zu zweit schläft und deutlich unterschiedlich schwer ist, schreibt uns am besten vor der Bestellung. Ab 160 cm Breite besteht der Kern aus zwei Hälften, und wir sagen dir, welche Kombination für euch geht.

Häufige Fragen

Welcher Härtegrad passt bei 70 kg?

In den meisten Fällen H2. Als Seitenschläfer bleibst du bei H2, als Bauchschläfer kann H3 die bessere Wahl sein. Bei der Mondsee probierst du beides an derselben Matratze aus.

Welcher Härtegrad passt bei 90 kg?

Als Rücken- oder Bauchschläfer H3. Als Seitenschläfer liegst du im Grenzbereich zwischen H2 und H3; hier sind die wendbaren Modelle Nura und Nexo sinnvoll, weil du die Seite wählst, auf der die Schulter richtig einsinkt.

Ist eine härtere Matratze besser für den Rücken?

Nein, nicht grundsätzlich. Zu hart ist genauso ein Problem wie zu weich: Die Schulter kann nicht einsinken, die Wirbelsäule liegt nicht gerade. Die richtige Matratze hält die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form, egal in welcher Position. Ob das fest oder weich bedeutet, hängt von deinem Körper ab, nicht von einer Regel.

Kann ich den Härtegrad nachträglich ändern?

Bei Mondsee, Nura und Nexo ja, durch Drehen oder Wenden. Bei Graz und Berlin nicht; dort ist der Aufbau auf beiden Seiten gleich.

Was ist, wenn ich mich vertan habe?

Innerhalb von 14 Tagen ab Erhalt gilt das gesetzliche Widerrufsrecht, die Rücksendung übernehmen wir. Ein Probeschlafen darüber hinaus bieten wir nicht an. Deshalb raten wir im Zweifel zu einer Matratze mit zwei Härtegraden, statt vorab zu raten.

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